Allerdings wurde die Haftstrafe der beiden Frauen im Bundesstaat Mississippi nach Medienberichten vorerst nicht erlassen, sondern lediglich ausgesetzt.

Bereits seit einiger Zeit schlägt der Fall Wellen in den USA. Ende Dezember hatte Gouverneurin Haley Barbour die Strafe der beiden Frauen ausgesetzt. Die Schwestern waren zu jeweils zweimal lebenslänglich verurteilt worden, nachdem sie 1993 bei einem Raubüberfall elf US-Dollar (heute rund 8,30 Euro) erbeutet hatten. Bürgerrechtsgruppen laufen seit längerem gegen das Urteil Sturm, das sie für viel zu hart halten.
Laut der Zeitung «USA Today» ist jedoch unklar, ob Gladys überhaupt als Organspenderin für ihre Schwester in Frage kommt. Es könnte medizinische Probleme geben, möglicherweise könne Gladys' Niere die ihrer älteren Schwester gar nicht ersetzen. Unklar ist, ob die Frauen wieder hinter Gitter müssen, falls es zu keiner Transplantation kommt. «Mit dieser Frage beschäftigen wir uns erst, wenn die Situation eintritt», sagte die Gouverneurin.
Als Grund der Freilassung werden nicht zuletzt die hohen Kosten vermutet, die eine Dialysebehandlung im Gefängnis kostet. Barbour folgte der Einschätzung der Justizbehörde, dass beide Schwestern «nicht länger eine Gefahr für die Gesellschaft sind». Eigentlich hätten die Scott-Schwestern erst in drei Jahren erstmals ein Aussetzen der Haft beantragen dürfen. (Quelle: Washington (dpa/lby))















