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Tausende Griechen geben sich als Behinderte aus

Neuer Beitragvon Thomas » Sa 24. Mär 2012, 22:56

Fast 200 000 Griechen haben sich Behindertenhilfe in zweistelliger Millionenhöhe erschlichen – indem sie sich etwa als Blinde ausgaben. Den Betrügern drohen nun rechtliche Folgen.

Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, hätte die Unterstützung eigentlich nur 50 000 von 240 000 Behindertenhilfe-Empfängern rechtlich zugestanden. Das habe eine umfangreiche Kontrolle ergeben.

Besonders viele Betrugsfälle habe es auf der Insel Zakynthos gegeben, sagte der zuständige Staatssekretär Markos Bolaris im Rundfunk. Auf der Insel leben etwa 38 000 Menschen. 700 von ihnen waren angeblich blind – fast zehnmal so viele wie normal, sagen Augenärzte. Nur 100 Betroffene erschienen allerdings, als sie sich für die Kontrollen melden sollten. Tatsächlich blind waren nur 60 von ihnen.

Inzwischen befasst sich die Staatsanwaltschaft mit dem Thema. Das Gesundheitsministerium forderte eine strafrechtliche Verfolgung der Betrüger und derer, die gefälschte Bescheinigungen ausgestellt haben. Den finanziellen Schaden schätzt das Ministerium auf einen Betrag im zweistelligen Millionenbereich. Die Kontrollen dauern noch an.

Sozialbetrug sorgte im schuldengeplagten Griechenland schon mehrfach für Schlagzeilen. Zu Jahresbeginn stoppte Athen die Auszahlung von insgesamt 63 500 Renten. Das Geld war an nicht existierende oder nicht mehr lebende Personen adressiert oder wurde nach falschen Angaben berechnet, wie aus einem Bericht des Arbeitsministeriums hervorging. Mit dem Zahlungsstopp will der Staat knapp 450 Millionen Euro jährlich sparen. Ähnliche Fälle waren schon 2011 öffentlich geworden: Der Pensionsfonds IKA stoppte die Zahlungen für 1473 Pensionäre, die in Wirklichkeit nicht mehr lebten.
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