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Arktischer Rat: Meeresspiegel steigt dramatisch

Neuer Beitragvon Thomas » Mo 2. Mai 2011, 21:47

Der Arktische Rat sagt einen dramatisch höheren und schnelleren Anstieg des globalen Meeresspiegels voraus als bisher angenommen.

Wie die Kopenhagener Zeitung «Politiken» am Montag berichtete, warnt die Expertengruppe AMAP in einem noch unveröffentlichten Bericht vor einem durchschnittlichen Anstieg des Meeresspiegel von 0,9 bis 1,6 Meter bis zum Jahr 2100.

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Weltweit leben 150 Millionen Menschen auf einer Höhe von bis zu einem Meter über dem Meeresspiegel.

Bei der letzten großen Prognose zu dieser Frage hatte der Weltklimarat (IPCC) 2007 angenommen, dass die globale Klimaerwärmung zu einem um 0,19 bis 0,59 Meter höheren Meeresspiegel führt. In dem am Dienstag zur Veröffentlichung anstehenden AMAP-Report heißt es jetzt, dass vor allem das beschleunigte Abschmelzen der arktischen Gletscher und des grönländischen Inlandeises, zur unvermutet hohen Änderung des Meeresspiegels beitrage.

Zwischen 2003 und 2008 ist der Meeresspiegel pro Jahr um rund 3 Millimeter angestiegen. Dazu habe das geschmolzene Arktis-Eis zu 40 Prozent beigetragen, heißt es in dem AMAP-Bericht. Am 12. Mai steht die neue Prognose auf der Tagesordnung bei einem Außenministertreffen des Arktischen Rates in Grönlands Hauptstadt Nuuk.

EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard meinte zu der neuen Prognose, sie könne den Verhandlungen zum Klimaschutz vielleicht eine neue Perspektive geben: «Die Daten zeigen, dass es in die falsche Richtung geht.» Nach dem gescheiterten Klimagipfel in Kopenhagen habe sich die Lautstärke bei diesem Thema «kräftig vermindert».

Mehrere Studien hatten zwischenzeitlich ebenfalls darauf hingewiesen, dass der Meeresspiegel schneller steigt, als vom IPCC berechnet worden war. So könnte er nach einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der Technischen Universität Helsinki im Jahr 2100 sogar um 75 bis 190 Zentimeter höher stehen als heute. Für die Expertise im Fachjournal PNAS (2009) wurden Meeresspiegel- und Temperaturmessungen aus den vergangenen 130 Jahren ausgewertet. (Quelle: Kopenhagen/Brüssel (dpa/lby))
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