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Immer mehr Amerikaner gegen Krieg in Afghanistan

Unread postMessage posted...: Tue 27. Mar 2012, 20:54
by Thomas
Einst sprach Obama von einem «notwendigen Krieg» in Afghanistan - jetzt gehen ihm die Amerikaner von der Fahne. Die große Mehrheit lehnt den Krieg inzwischen ab - wird das den Abzug beschleunigen?

Einer Umfrage zufolge lehnen 69 Prozent der Befragten den Militäreinsatz am Hindukusch jetzt ab. Noch vor wenigen Monaten waren es nur 53 Prozent, wie aus einer Umfrage der «New York Times» und des TV-Senders CBS hervorgeht.

Ebenfalls gut zwei Drittel der Amerikaner sind der Meinung, dass der Waffengang einen schlechten oder gar sehr schlechten Verlauf nimmt. Die Ablehnung des Krieges sei sowohl bei den regierenden Demokraten als auch im Oppositionslager der Republikaner gewachsen, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Studie weiter.

Die Ursachen der Kriegsmüdigkeit sind unklar. Allerdings verweist die «New York Times» ausdrücklich auf das jüngste Massaker eines US-Soldaten, der bei einem Amoklauf in Afghanistan 17 Zivilisten tötete, darunter viele Kinder. Kurz zuvor hatten Koran-Schändungen durch US-Soldaten in Afghanistan weltweite Empörung und blutige Proteste ausgelöst.

Zugleich berichtet das Blatt, im Weißen Haus gebe es weiterhin Planspiele, den Truppenabzug zu beschleunigen - was die Regierung noch unlängst ausdrücklich bestritten hatte.

Offenbar herrscht in der Abzugsdebatte ein handfester Konflikt zwischen Weißem Haus und Militärs. Vor allem Vize-Präsident Joe Biden befürwortet eine massive Truppenverringerung.

Dagegen stellen sich hohe Militärs quer. Auch 2013 müsse eine bedeutende Zahl an Kampftruppen im Land bleiben, verlangte etwa unlängst General John Allen, der Kommandeur der internationalen Truppen am Hindukusch. Allerdings räumte auch er ein: Die genaue Zahl der benötigten Soldaten sei noch zu ermitteln.

Fest steht derzeit, dass die USA bereits im Laufe des Sommers 23 000 Soldaten aus Afghanistan abziehen wollen. Dann blieben noch 68 000 amerikanische Militärangehörige plus 40 000 aus anderen Ländern. Die derzeitigen Pläne sehen einen vollständigen Rückzug bis Ende 2014 vor.